Konferenz zum immateriellen Kulturerbe: SCOPE II

Nach langer Anlaufphase ist am 20. April 2006 die UNESCO-Konvention zur Erhaltung von immateriellem Kulturerbe in Kraft getreten. Die internationale Konferenz scopeII, die am 28. und 29. September 2006 in Wien stattfindet, befasst sich unter dem Titel „Sites & Subjects. Narrating Heritage“ mit diesen Veränderungen in der Kulturerbe-Debatte.
Richtete sich der Fokus der UNESCO und des öffentlichen Interesses bisher auf materielles Kulturerbe wie Objekte und Monumente, so gilt das Interesse nun nicht-fassbaren Kulturgütern wie Traditionen oder Sprachen.
Damit verbunden ist die Frage, ob nicht auch das traditionelle Verständnis von kulturellen Plätzen und Gegenständen in neuem Licht gesehen werden muss. Denn unterschiedliche Kulturen (und Subkulturen) verbinden mit einem kulturellen Objekt unterschiedliche Geschichten. Damit werden Geschichten (Narrationen, Kontexte) ebenso wichtig wie die Objekte selbst.
In der Konferenz „Sites & Subjects. Narrating Heritage“ wird in diese aktuelle Debatte eingegriffen und nach deren kulturpolitischen Auswirkungen gefragt. Gerade für Entscheidungsträger und Institutionen, die sich mit kulturellem Gedächtnis befassen, ist dieser „cultural heritage turn“ eine neue Herausforderung für zukünftige Strategien.
scopeII richtet sich daher an interessierte Personen aus der Wissenschaftspolitik, des Wissensmanagements und der Forschungsförderungen, aber auch an davon betroffene Einrichtungen wie Universitäts- und Forschungsinstitute, Museen, Sammlungen, Bibliotheken und Archive. Im kommerziellen Bereich sind Unternehmen angesprochen, die im weitesten Sinne mit Tourismus und Ausstellungskonzepten zu tun haben. Besonders berücksichtigt wird die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.
„Nach Information versus Meaning im Jahr 1999 ist Sites and Subjects die zweite Veranstaltung der SCOPE-Konferenzreihe, die von uns initiiert werden konnte“, zeigt sich Christian Dögl, Geschäftsführer von uma information technology, begeistert.
An vier Halbtagen diskutieren – in einem interaktiv gehaltenen Rahmen – Publikum und Vortragende über Kulturerbe, Museum, Stadtraum und deren Auswirkungen aufeinander. Inhaltlicher Leiter und Key-Note-Speaker der Konferenz ist der Harvard-Professor Homi K. Bhabha. Aus Österreich hat u.a. Peter Weibel zugesagt.
scopeII, die dieses Jahr im Augustinertrakt der Nationalbibliothek gastieren wird, ist ein Projekt im Rahmen von innovatives-oesterreich.at.
Umfassende Informationen über die Konferenz gibt es auf http://www.scope.at. Der monatlich erscheinende Newsletter ist ebenfalls dort erhältlich.
Quelle: Pressemitteilung von SCOPE, Verein zur Förderung der interdisziplinären Forschung; 25.7.2006







