Der Kölner Dom auf der roten Liste des bedrohten Welterbes
Auf der Konferenz in Wien zum Thema Welterbe und zeitgenössische Architektur - Vom Umgang mit der historischen Stadtlandschaft wurde natürlich auch das Thema des Kölner Doms auf der roten Liste des bedrohten Welterbes diskutiert.
Hier eine kurze, neutrale Zusammenfassung der Ereignisse:
Zum Eintrag in die rote Liste heißt es auf der Website der deutschen UNESCO-Komission:
Kölner Dom, Deutschland: Am 5. Juli 2004 hat das UNESCO-Welterbekomitee den Kölner Dom auf die Liste des Welterbes in Gefahr gesetzt. Das Komitee traf diese Entscheidung wegen der Gefährdung der visuellen Integrität des Doms und der einzigartigen Kölner Stadtsilhouette durch die Hochhausplanungen auf der dem Dom gegenüberliegenden Rheinseite.
Quelle:http://www.unesco.de/
Bei google finden sich zahlreiche Presseberichte zum Thema.
Der Stand am 13.5.2005 war:
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Nachdem die Stadt mit dem 103 Meter hohen und im Rohbau bereitsfertiggestellten "LVR-Turm" vollendete Tatsachen geschaffen hatte, hält sie an einem weiteren Bürogebäude südlich der Bahntrasse, dem 120 Meter hohen "Jahn-Tower", fest, für das sie, ungeachtet der Bedenken, Planungsrecht erteilt hat. Lediglich zu zwei weiteren Hochhäusern, die nördlich der Bahn projektiert sind, bekundete sie die Bereitschaft, ihr Vorhaben zu überdenken und einen städtebaulichen Wettbewerb auszuschreiben, der auch niedrigere
Lösungen zuläßt.Ebendas hält die Unesco, wie einflußreiche Delegierte, darunter der Direktor des Welterbe-Zentrums, Francesco Bandarin, betonten, für zuwenig: Sie beanstanden den vorhandenen Turm, würden sich aber mit ihm abfinden, wenn keine weiteren hinzutreten. Ihre Position trifft sich mit einer Sichtfeldanalyse, die das NRW-Städtebauministerium beim Institut für Stadt- und Regionalplanung der RWTH Aachen in Auftrag gegeben hat.
...
Quelle:http://www.faz.net
Auf der Website des Kölner Stadt-Anzeigers sind zahlreiche Photos sowie ein Modell des Bauvorhabens zu finden.
Ein wichtiger Termin für die weitere Entwicklung ist die 29. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees vom 10.-17.Juli 2005 in Durban, Südafrika sein.

Köln-Panorama von der Deutzer Brücke aus gesehen, rechts im Bild das umstrittene Hochhaus (Quelle:Wikipedia,GNU)
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1 Jeena Paradies aus Varberg schrieb am 22.05.2005:
Welche Macht hat eigentlich die UNESCO? Dürfen die nur einen Rat geben, oder verteilen sie auch irgendwelche Gelder, die man dann zum beispiel vorenthalten könnte?
2 Matthias Ripp aus Bamberg schrieb am 30.05.2005:
Entscheidend ist das Votum des Welterbe-Komitees! Es gibt teilweise auch finanzielle Unterstützung, in der Regel aber für Welterbestätten in unterentwickelten Staaten. Auf der Seite des Welterbezentrums heißt es dazu:
Der Eintrag in die Welterbeliste ist aber mit keinerlei finanziellen Zuwendungen verbunden. Die Stätten selbst und die Staaten, welche die Stätten auf die Tentative-Liste gesetzt haben sind gemeinsam verantwortlich für die Finanzierung der Schutzmaßnahmen. Oft sorgen höhere Einnahmen aus dem Tourismus für positive wirtschaftliche Effekte. Leider kommen diese Einnahmen in vielen Welterbestädten NICHT dem Kulturgüterschutz zugute! In diesem Bereich gibt es also noch viel zu tun!
3 Jeena aus Varberg schrieb am 01.06.2005:
Es hat also eigentlich nur so viel Macht, dass man der Stadt den Status eine Weltkulturerbestadt entziehen könnte wenn sie nicht kooperiert und geschützte Bauwerke zerstört. Dies wiederum könnte auf den Tourismus Einfluss nehmen und eventuell weniger Touristen bescheren. Somit würden die Einnahmen der ortsansässigen, die vom Tourismus leben sinken und damit gleichzeitig die Einnahmen der Stadt an sich, habe ich richtig geschlussfolgert?
4 Matthias Ripp aus Bamberg schrieb am 01.06.2005:
Ja ungefähr so. Aber größer als der wirtschaftliche Schaden ist der Image-Schaden. Er wäre auch für die Bundesrepublik groß, wenn Deutschland als erste Nation einen Eintrag in der UNESCO-Welterbeliste gestrichen bekommen würde!