Stadtmarketing als Planungsinstrument
Stadtmarketing ist eine Strategie zur:
- kooperativen Stadtentwicklung
- mit dem Ziel der Aufwertung einer Stadt und ihrer Leistungen für Bürger, Wirtschaft und Auswärtige
- durch verbesserte Kommunikation und langfristige Partnerschaft zwischen allen, die an der Gestaltung des Lebensraumes Stadt mitwirken,
- durch die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung konkreter Projekte
- auf der Grundlage von partnerschatlich erarbeiteten Leitlinien und offensiver, konsensorientierter Diskussion von Zielkonflikten Quelle:Grabow und Hollbach-Grömig 1998, S.30
Eine Kurzdefinition der CIMA stellt Stadtmarketing wie folgt dar:
Stadtmarketing als Ansatz der zielgerichteten Gestaltung und Vermarktung einer Stadt basiert auf der Philosophie der Kundenorientierung. Es dient der nachhaltigen Sicherung und Steigerung der Lebensqualität der Bürger und der Attraktivität der Stadt im Standortwettbewerb.
Dies geschieht im Rahmen eines systematischen Planungsprozesses und durch die Anwendung der Instrumente des Marketing-Mix.
Das „Produkt“ Stadt ist das Ergebnis der Einstellungen und des Handelns der Menschen in der Stadt. Stadtmarketing wird deshalb idealerweise von allen Menschen mitgetragen. In einem institutionalisierten Verfahren werden die vielfältigen und häufig unterschiedlichen Interessen aus dem öffentlichen wie privaten Bereich zusammengeführt und die Kräfte gebündelt. Dies setzt die Vereinbarung von Zielvorstellungen voraus, z.B. in Form eines ganzheitlichen Stadtleitbildes.
Im Stadtmarketing werden Teilstrategien zusammengeführt. Diese unterscheiden sich nach Zielgruppen, Akteuren und räumlichen Schwerpunkten, z.B. Verwaltungsmarketing, Standortmarketing, Tourismus-Marketing oder City-Marketing. Quelle:http://www.cima.de/forum/glossar.php?title=Stadtmarketing
Wichtige Elemente der Philosophie, die hinter Stadtmarketingaktivitäten steht, sind:
- Stadt als Ganzes betrachten
- wichtig z.B. auch die Berücksichtigung nicht - innerstädtischer Stadtteile
- Kooperation vieler Akteure
- Stichwort Schnittstellenmanagement; Plattform für das Zusammenwirken verschiedener städtischer Akteure
- Das Produkt Stadt soll verbessert werden/Dienstleistungsorientierung
Themenspektrum:
Die Qualität des Lebens- und Wirtschaftsraumes Stadt wird durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt. Städtebauliche Attraktivität und Umweltqualität, soziale Angebote und Bildungseinrichtunge, Wohn-, Freizeit und Einkaufsmöglichkeiten sind für die Zufriedenheit der Bürger mit ihrer Stadt entscheidend.
In vielen Städten hat sich allerdings das Thema Einzelhandel als Hauptbetätigungsfeld herauskristaliisiert. Dies resultiert oft in einer lebhaften Diskussion ob in solchen Fällen wo Stadtmarketingaktivitäten in hohem Maße identisch mit Maßnahmen der früher vorhandenen Werbegemeinschaften einzelner Geschäfte sind, ein öffentlicher Zuschuss(städtischer Zuschuss) noch gerechtfertigt ist.
Organisationsform:
Man kann drei unterschiedliche Organisationsformen von Stadtmarketingprozessen erkennen:
- städtisches Amt: z.B das Amt für Wirtschaftsförderung überträgt einem Mitarbeiter die Aufgaben
- privatrechtliche Gesellschaft: Verein oder GmbH meist mit einer repräsentativen Person(Geschäftsführer) im Zentrum
- loser Beraterkreis (Arbeitsgemeinschaft): Gremium aus unterschiedlichen städtischen Akteuren
Die Trägerschaft am Stadtmarketingprozeß liegt in etwa zwei Dritteln der Städte bei der Stadtverwaltung.
Die Ursachen hierfür sind wohl vor allem in der bereits bestehenden Infrastruktur der städtsichen Verwaltung zu suchen. Gerade in der Anfangsphase von Stadtmarketingprozessen kann diese genutzt werden. Wichtig ist bei dieser Organisationsform, daß die Federführung bei einer Person liegt, die nicht vom politischen Überlegungen geleitet wird. In der Praxis zeigten sich allerdings vielerorts Schwierigkeiten, wenn diese Aufgabe einem bereits bestehenden Amt zusätzlich übertragen wird. Meist dominiert das Alltagsgeschäft dann die Stadtmarketingsprozesse.
Geeigneter scheint die Organisation in einem Verein zu sein, der (relativ) unabhängig von den öffentlichen und politischen Interessensträgern handeln kann. Private Akteure und Bürger könne in dieser Form besonders gut beteiligt werden.
Finanzierung:
Oftmals verhindern knappe Kassen die Durchführung von Stadtmarketingprozessen. Laut einer DIFU-Umfrage bezeichnen 40 % der Städte dies als eine der größten Schiwerigkeiten im Stadtmarketingprozeß. Dennoch finanzieren die Kommunen im Schnitt über 50% der Kosten selbst. Die Ausgaben für solche Prozeße sind je nach Stadt sehr unterschiedlich. Laut DIFU betragen sie im Schnitt 1,30 Euro pro Einwohner. Die Bandbreite reicht allerdings von 0,25 Euro bis 5,50 Euro pro Einwohner.
Öffentliche Förderungen sind rar. Der Bund fördert weniger als 10% der Projekte, die Länder etwa ein Viertel.
Besonders schwierig ist die Einbeziehung privater Geldgeber in den Prozeß.Quelle: Grabow, B. und Hollbach-Grömmig, B.: Stadtmarketing - eine kritische Zwischenbilanz -
Berlin 1998 (difu-Beiträge zur Stadtforschung, Bd. 25)
In UNESCO-Welterbestädten kann das Instrument Stadtmarketing dazu beitragen eine Strategie der nachhaltigen Stadtentwicklung umzusetzen.
Zahlreiche gewerbliche Beratungsunternehmen sind beim Thema Stadtmarketing aktiv.
Viele Informationen sind z.B. bei der CIMA zu finden.
Auch das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU) hat sich mit dem Thema ausführlich beschäftigt.
Einige Beispiele für Stadtmarketing-Organisationen online sind:








1 Stefan Richter aus Potsdam schrieb am 06.02.2005:
Meiner Meinung nach hat sich dieses Instrument in vielen Städten nicht bewährt! Von wirklichen Ansätzen zur Stadtentwicklung ist oft wenig zu bemerken.
2 Matthias Ripp aus Bamberg schrieb am 14.06.2005:
@Richard Layman:Very interesting. I thought more of certain highlights of architecture that are worth considering to be included in the WHList, like Falling Water, The Chicago Tribune Tower, etc.
The ideas of this architects spread over the world (including good old europe...).
I believe that the problem with new and old is different in the US than in Europe. But we do have the similar problems in germany with the support of heritage preservation. Budgets are cut back everywhere. It seems like after the peak of preservation in 1975 with the European Architectural Heritage Year now the support for preservation efforts is declining more and more. Plus the fact the throughout europe economy is not really strong at the moment, which puts a lot of pressure on the development of new (industrial, commercial, etc.) buildings.
Just recently there was an interestng conference in Vienna about contemporary architecture in WHCities.